OPAL Health

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Intelligentes Sensornetz optimiert Gerätemanagement in Kliniken und schont lebenswichtige Ressourcen


Volkswirtschaftliche Bedeutung
Viele Missstände im Gesundheitswesen erwachsen durch den steigenden Kostendruck an deutschen Krankenhäusern. Unter den bisher vorgenommenen Einsparungen, die unter anderem auch das Personal betreffen, leiden in erster Linie die Patienten und deren Heilungsprozess. Dabei existieren andere Bereiche, die heute noch ineffizient und damit defizitär arbeiten. Ein Beispiel hierfür liefert das Management von Betriebsmitteln und medizinischen Geräten. Noch wesentlich dramatischer ist die Entwicklung im Zusammenhang mit Blutspenden. Von den rund 4,5 Millionen Spenden im Jahr muss ein relevanter Anteil wegen Fehlplanungen oder Unbrauchbarkeit entsorgt werden. Ganz abgesehen davon, dass dieser Umstand unter medizinischen Gesichtspunkten untragbar ist, ist er auch noch sehr teuer. Eine Blutkonserve kostet zwischen 180 und 400 Euro. In beiden Bereichen bestehen hohe Einsparungs- und Optimierungspotenziale, die über den Einsatz mobiler Lösungen ausgeschöpft werden sollen.

Ausgangslage
Die Verwaltung von medizinischen Geräten ist sehr komplex und gestaltet sich daher sehr schwierig. Es kommt vor, dass ein dringend benötigter, medizintechnischer Apparat in der Klinik nicht auf Anhieb gefunden und aus diesem Grund die Hilfeleistung erst mit Verspätung vorgenommen werden kann. Dabei zählt im Notfall mitunter jede Minute. Auch die Schwierigkeit bei der Handhabung von Blutspenden dürfte der Allgemeinheit kaum bekannt sein. Wenn das Krankenhaus nicht sicher stellen kann, dass die Kühlkette bei der Konserve geschlossen bleibt und dadurch die kritische Temperaturgrenze überschritten wird, muss das Blut notgedrungen entsorgt werden, obwohl es eigentlich völlig in Ordnung ist. Auf der Grundlage des aktuellen Stands der Technik - gemeint sind in erster Linie RFID und WLAN - konnten die oben genannten Herausforderungen noch nicht entscheidend verbessert werden.    

Die Hauptziele
Ziel des Projektes OPAL Health ist zum einen die Verbesserung des Gerätemanagements in Kliniken. Dies soll vor allem durch eine Erhöhung der Transparenz hinsichtlich Standort und Nutzbarkeit realisiert werden. Idealerweise werden zukünftig alle Geräte und kritische Ressourcen, zu denen auch die Blutspenden zählen, mit so genannten Smart Objects (kleine mobile und intelligente IT-Einheiten) ausgestattet, die wertvolle Informationen über den Standort, den Zustand und Wartungszeitpunkt liefern.

Innovation
Die Neuerung liegt in einem intelligenten, sich selbst konfigurierenden Sensornetz. Geräte werden künftig mit Sensoren ausgestattet sein, die eigenständig Funkkontakt zu anderen Knotenpunkten aufbauen und über die Frequenz 868 Megahertz Informationen weiter geben. Auf diese Weise entsteht ein Kommunikationsnetz, das über entsprechende Gateways an das zentrale IT-System eines Krankenhauses angebunden ist. Hier können nun Daten über den Standort, den Zustand und die aktuelle Verfügbarkeit des benötigten medizinischen Gerätes eingespeist werden, so dass die behandelnde Person auf den ersten Blick erkennen kann, wo es sich gerade befindet und ob darauf zurückgegriffen werden kann. Im Hinblick auf die Blutkonserven kann so die permanente Überwachung der Temperatur gewährleistet werden. Gegenüber herkömmlichen Technologien wie RFID und WLAN haben Smart Objects den Vorteil, dass sie nicht durch die begrenzte Reichweite einer Auslesestation eingeschränkt sind und aktiv eine Umfeldüberwachung mit einer sehr geringen Sendeleistung durchführen können.
Durch den permanenten Informationsaustausch zwischen Gerät und dem zentralen IT-System im Gerätemanagement gewinnt das Krankenhaus bisher fehlende Informationen über den Standort, den Wartungszeitpunkt oder den Zustand medizinischer Gegenstände und damit wertvolle Zeit im Zusammenhang mit der Einsatzplanung. Die optimierte Nutzung des Gerätebestandes erlaubt neben einer nutzungsgerechten Abrechnung auch weitergehende Betreibermodelle. So können zukünftig Betriebsgesellschaften zentral die Verwaltung der Geräte übernehmen und lokale Überkapazitäten vermeiden. Bestehende Wartungsverträge können optimiert werden.
Neben dem Gerätemanagement soll die neue Technologie gerade auch im Bereich der Bluttransfusionen zum Einsatz kommen. Mit der neuen Sensortechnik können künftig Verwechslungen nahezu ausgeschlossen und Überkapazitäten vermieden werden. Auf diese Weise lässt sich auch die beängstigend hohe Ausschussquote auf ein erträgliches Maß reduzieren.  

Sicherheitsaspekte
Sicherheitsfragen beziehen sich vor allem auf Fragen des Datenschutzes und der Haftung. Ein aktives Sensornetzwerk, welches Daten über Geräte oder Blutbeutel kommuniziert, darf keine patientenbezogenen Daten nach außen geben und muss ebenso vor Manipulationen geschützt sein. Die Einhaltung der Vertraulichkeit und Integrität ist dabei das oberste Ziel. Zudem wird ein umfassendes Konzept zur Klärung der haftungsrechtlichen Fragen benötigt. Insbesondere dann, wenn  die  Smart Objects für die Überprüfung der Zugehörigkeit einer Blutkonserve zu einem Patienten genutzt werden.

Konsortium
Am Projekt OPAL Health sind die Fraunhofer Institute für integrierte Schaltungen und Logistikdienstleistungen in Erlangen und Nürnberg sowie die Unternehmen Vierling und deltaT beteiligt. Als Anwender arbeiten das Klinikum und der Lehrstuhl medizinische Informatik der Universität Erlangen mit. Die Gesamtkoordination liegt bei T-Systems International GmbH.      


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Factsheet OPAL Health

Aktuelles aus OPAL Health

Zitat

Günter Grebe, T-Systems

"Der Einsatz eines selbst konfigurierenden Sensornetzes wird die Ortung medizinischer Geräte und das Management von Bluttransfusionen dergestalt verbessern, dass in Zukunft mehr Menschenleben gerettet werden können."

Günter Grebe, T-Systems International GmbH  
Projektleiter OPAL Health

Webseite des Projektverbundes