Med-on-@ix

Direktlink:
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4
Med-on-@ix

Med-on-@ix

Leben retten durch mobile Informationslösungen im deutschen Rettungsdienst


Volkswirtschaftliche Bedeutung
Neue Ansätze im Bereich der Notfallmedizin sind dringend notwendig, da zu befürchten ist, dass in Zukunft die ständige Verfügbarkeit von Notärzten nicht mehr gewährleistet werden kann. Ärztemangel, Umstrukturierungen und steigende Einsatzzahlen machen sich vor allem in strukturschwachen und ländlichen Gebieten zunehmend bemerkbar.
Seit 1985 hat sich die Zahl der Notarzt-Einsätze in Deutschland verdoppelt. Rund 6.000-mal werden Notärzte hierzulande inzwischen pro Tag alarmiert.

Ausgangslage
Untersuchungen haben gezeigt, dass bei den meisten Einsätzen nicht die manuellen Fertigkeiten, sondern insbesondere das Fachwissen des Notarztes gebraucht wird. Einen intravenösen Zugang legen, dem Patienten eine Infusion und Medikamente zu verabreichen, das kann ein gut ausgebildeter Rettungsassistent handwerklich alleine erledigen. Typische Probleme, die sich dann aber ergeben, sind zum Beispiel die Beurteilung eines unregelmäßigen Herzrhythmus, die Abgrenzung einer Diagnose zu einem anderen, verwandten Krankheitsbild oder die Entscheidung zum Transport des Erkrankten in ein geeignetes Krankenhaus. In diesen Momenten ist ein erfahrener Notarzt unverzichtbar. Hier bietet „Med-on-@ix“ Lösungen - ebenso wie für den Notarzt vor Ort bei besonderen Fragestellungen und komplexen Notfallsituationen.

Hauptziele
Es ist nicht das Ziel von „Med-on-@ix“, Notärzte einzusparen. Im Gegenteil. Dort, wo sie rar sind oder im Einsatz ein besonderes Fachwissen brauchen, will das Projekt Hilfestellungen geben. Vor allem der Patient soll von der besseren und schnelleren Verfügbarkeit der hochkompetenten notärztlichen Hilfe des Telenotarztes profitieren. Das Projekt liefert die passenden Lösungen für schon bestehende und sich noch entwickelnde Probleme.
Durch „Med-on-@ix“ können sicherlich auch Kosten eingespart werden. Zum Beispiel durch die Verbesserung der Patientenbehandlung schon vor der Einlieferung ins Krankenhaus. Die Abläufe zur weiteren Versorgung der Patienten in der Klinik können durch die vorherige Information aus dem Kompetenzzentrum optimiert und Reserven sinnvoller eingesetzt werden. Und schließlich ist es durch die Auswertung der Daten aus den zahlreichen Einsätzen möglich, Behandlungsschemata und Einsatzabläufe insgesamt im Sinne eines umfassenden Qualitätsmanagements zu optimieren.
Welche finanziellen Auswirkungen die neuen Einsatzabläufe mit Übertragung von Gesprächen, Informationen und Bildern an das Kompetenzzentrum haben könnten, wird im Rahmen von „Med-on-@ix“ genau untersucht. Die zahlreichen medizinischen, politischen und organisatorischen Faktoren werden projektbegleitend in einer umfangreichen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bewertet.

Die Ziele von Med-on-@ix sind,

● Einsatz-Abläufe zu optimieren,
● die Qualität der Patientenversorgung im Rettungsdienst zu verbessern,
● Notarzt-Einsätze wirtschaftlicher zu machen und schließlich
● Kosten zu reduzieren.

Innovation
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Med-on-@ix“ arbeitet in Aachen zurzeit eine Gruppe von Fachleuten an der Entwicklung eines neuartigen Tele-Assistenzsystems für den Rettungsdienst. Daten, Gespräche und Bilder werden direkt von der Einsatzstelle oder aus dem Rettungswagen an ein Kompetenzzentrum, das mit sehr erfahrenen Notärzten besetzt ist, gesendet. Mithilfe dieser übertragenen Informationen ist der Notarzt im Kompetenzzentrum in der Lage, den Rettungsassistenten oder den Notarzt vor Ort bei der Versorgung des Patienten optimal zu unterstützen.

Von der Einsatzstelle - also aus der Wohnung des Patienten oder aus dem Rettungswagen an der Unfallstelle - werden die Gespräche und Videobilder von der Patientenversorgung unverzüglich an das Kompetenzzentrum geschickt. Hinzu kommen Messwerte wie Herzfrequenz, EKG, Blutdruck und Sauerstoffsättigung. Sogar die Übertragung von Herz- und Atemgeräuschen über ein elektronisches Stethoskop ist möglich.

Der Notarzt im Kompetenzzentrum sieht alle Informationen auf Monitoren vor sich. Mit der Distanz zum Geschehen kann er sich ein umfassendes Bild machen. Zusätzlich hat er die Möglichkeit, auf Datenbänke zuzugreifen, um weitere wichtige Informationen, zum Beispiel zu Behandlungsrichtlinien oder seltenen Medikamenten, einzuholen. Denkbar ist auch, dass er ein Telefongespräch mit dem Hausarzt des Patienten führt, um beispielsweise Angaben zu weiteren Erkrankungen des Patienten zu erhalten. Über Funk hält der Notarzt im Kompetenzzentrum direkten Kontakt zu den Einsatzkräften vor Ort. Er kann ihnen wichtige Informationen liefern, Ratschläge geben und frühzeitig die weitere Versorgung des Patienten im Krankenhaus organisieren. Später werden die erhobenen Daten - natürlich immer unter Berücksichtigung des Datenschutzes - zur individuellen und allgemeinen Qualitätssicherung sowie zu bedeutenden wissenschaftlichen Zwecken verwendet.

Sicherheitsaspekte
Die Forscher von „Med-on-@ix“ müssen das Rettungsteam vor Ort unter anderem mit zuverlässiger Kommunikationstechnologie und robusten Kameras ausstatten. Außerdem muss der Weg für die Datenübertragung sicher sein. Informationen, Messwerte und Bilder von den Patienten sollen nicht von Unbefugten abgefangen werden. Der Notarzt im Kompetenzzentrum braucht ein klares Konzept, um die Erkenntnisse zum Einsatzablauf sicher zu verarbeiten und die passenden Ratschläge  geben zu können. Dabei wird er von einer speziellen Software in seinem leitliniengerechten Vorgehen unterstützt.

Konsortium
An dem Konsortium „Med-on-@ix“ sind Fachleute aus der notfallmedizinischen Praxis, aus der Industrie und der Forschung beteiligt. Dazu gehören

• Telekommunikationsexperten des Aachener Unternehmens P3 Solutions GmbH,
• Spezialisten für Medizingeräte der Firma Philips Medizin Systeme GmbH,
• Ärzte des Lehrstuhls für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Aachen und
• Wissenschaftler des Zentrums für Lern- und Wissensmanagement und Lehrstuhl Informationsmanagement im Maschinenbau (ZLW/IMA) der RWTH Aachen.


Med-on-@ix

Veranstaltungen
Titel  Datum / Ort 

Factsheet Med-on-@ix

Aktuelles aus Med-on-@ix

Zitat

Prof. Dr. med. Rolf Rossaint, Uniklinik Aachen

"Die Rahmenbedingungen für die Notfallrettung werden schwieriger: Steigende Einsatzzahlen bei gleichzeitigem Ärztemangel. Die Versorgungsqualität dennoch zu verbessern und zu sichern - das ist unser Ziel!"

Prof. Dr. med. Rolf Rossaint, Uniklinik Aachen
Initiator Med-on-@ix

Webseite des Projektverbundes

Flyer des Projektverbundes

   Flyer